Historie

Das Marktwesen in Frankfurt hat eine lange Tradition. Bereits 1238 wurde der erste Wochenmarkt im Bereich des Domes abgehalten. Seit alters her waren der Mittwoch und der Samstag Markttage, im Mittelalter wohl nur der Samstag.

Im 19. Jahrhundert wurde das bunte Markttreiben in den engen Gassen zu unübersichtlich, unpraktisch und unhygienisch,
so dass 1871 der Plan zum Bau einer Markthalle entstand in der sowohl Wochenmarkt als auch Großversteigerungen abgehalten werden sollten.

1878 wurde die 4000 qm große Markthalle in der Frankfurter Hasengasse eingeweiht, doch bereits nach 10 Jahren war die Halle viel zu klein, so dass 3 weitere Markthallen im Bereich Börne- und Battonstraße entstanden.

Aufgrund der immer größer werdenden Raumnot in den städtischen Markthallen
forderten die Gärtnervereinigungen aus Oberrad, Seckbach, Bornheim und Sachsenhausen dringlich den Bau einer „en gros Markthalle“. 1911 entschied sich der Magistrat für den Bau einer Großmarkthalle im Ostend am Mainufer.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 verzögerte jedoch die Planung und Durchführung des Neubaus. Erst 1926 wurde das Projekt unter dem damaligen Oberbürgermeister Herrn Dr. Ludwig Landmann wieder aufgegriffen, der städtische Baudirektor Prof. Martin Elsässer (1884 - 1957) entwarf das für seine Zeit außerordentliche Gebäude.

Elsässer, der sich in seinen frühen Jahren zu einem der bedeutendsten Kirchenarchitekten Süddeutschlands entwickelt hatte, kam 1925 bis 32 als Leiter des Hochbauamtes nach Frankfurt. Mit ihren strengen, geometrischen Formen stellen seine Frankfurter Bauten herausragende Beispiele für das Neue Bauen der späten Zwanziger Jahre dar und sind damit elementarer Bestandteil des architektonisch avantgardistischen "Neuen Frankfurt".

Die Aufgaben der neuen Anlage waren fest umrissen:
Konzentrierung des Marktbetriebes und Sicherstellung der Versorgung Großfrankfurts und eines
über Frankfurt hinausreichenden Versorgungsgebietes von 150 bis 200 km mit Obst, Gemüse und Südfrüchten sowie Pflege und Ausweitung des Reexpeditionsverkehrs. Ziel sollte es sein, Frankfurt
zum führenden Umschlagszentrum im Früchteimport zu machen. München diente bis dahin als Umschlagplatz für die Marktwaren aus den südeuropäischen Ländern. Eine ähnliche Stellung
galt es für Frankfurt zu schaffen, wobei man in der Lage Frankfurts einen Vorteil sah.

Elsässer entschied sich für einen großen, einheitlichen Baukörper
in lang gestreckter Form. Dadurch konnten die Waren mit Hilfe von Handkarren, Pferdefuhrwerken und Lastautos so schnell und bequem wie möglich zu den einzelnen Verkaufsplätzen gebracht werden.
Der westliche Kopfteil der Halle wurde als Bürohaus konzipiert, der östliche als Kühlhaus. Die großzügige überdachte Gleisanbindung gestattete ein Be- und Entladen bei jeder Witterung.

Die Großmarkthalle wurde am 04. Juni 1928 in Betrieb genommen und der offene Gemüsegroßmarkt vom Börneplatz in die Großmarkt-
halle verlegt. Die restlichen Markthallen in der Innenstadt wurden ab dann nur noch für den Einzelhandel genutzt.

Der Gesamtaufwand für den Bau und Geländekosten wurde mit 15.371.782,36 RM im April 1931 in der Endabrechnung erfasst. 

Nach der Einweihung der Großmarkthalle hat der Umschlag von Obst und Gemüse schlagartig mehr als 52 % zugenommen. Der 2. Weltkrieg mit seiner Verknappung der Lebensmittel unterbrach diese aufsteigende Tendenz.

Nachdem die Großmarktanlagen in den Kriegsjahren 1943/44 fast zu 50% zerstört wurden, kam der Markthandel erst einmal zum erliegen. Das Bürohaus wurde völlig unbenutzbar sowie das westliche Hallendrittel stürzte nach Bombenangriffen ein. Allein das Dach der Importhalle war von 116 Brandbomben getroffen worden.

Nach Kriegsende nahmen die amerikanischen Truppen das Kühlhaus - vor allem wegen der Eisfabrik -  sowie das östliche Drittel der Großmarkthalle und zwei Drittel des Kellers, die Importhalle und wesentliche Teile der Freiflächen in Beschlag.

Die Schuttbeseitigung und Enttrümmerung konnte 1949 abge-
schlossen werden. Danach begann der Wiederaufbau. Zuerst wurde die Kellerdecke wiederhergestellt, dann das Bürohaus, zuletzt folgten die zerstörten Tonnengewölbe. Am 4.7.1951 feierte man Richtfest.

Damit der Marktbetrieb überhaupt aufrecht erhalten werden konnte, wurden in dieser Zeit behelfsmäßige Baracken aufgestellt. In der letzten Bauphase, der Wiedererrichtung der Tonnengewölbe mussten die Standinhaber während der Bauzeit vom Mai 1952 bis Februar 1953 in das Freigelände ausweichen, bis die Halle am 12.02.1952 wieder voll in Betrieb genommen werden konnte.

In den 50er und 60er Jahren nahm der Handel, vor allem die Importe, stetig zu. Bis durch Entwicklung separater Vertriebswege vor allem der Supermärkte der Handel seit den 70er Jahren wieder abnimmt.

Anfang der 80er Jahre begannen dann die Diskussionen bezüglich der Verlegung des Großmarktes. Es wurde dann Anfang der 90er Jahre der Beschluss gefasst, die Großmarkthalle solle im Ostend bestehen bleiben.

Jedoch herrschte immer wieder Unklarheit wie die mittlerweile fällige Sanierung der Halle betrieben werden sollte. Nicht nur die Kosten sondern auch die Abwicklung bei laufendem Betrieb waren hinderlich.

Seit 2000 wurde daher eine Verlegung der Markthalle wieder diskutiert. Nach dem das Gelände und die Gebäude der Großmarkthalle an die Europäische Zentralbank verkauft werden konnte, haben die Stadt Frankfurt und die Großmarkthändler gemeinsam in einem partnerschaftlichen Projekt das neue Frischezentrum geplant und errichtet.

Am 4. Juni 2004 wurde die Großmarkthalle am Frankfurter Osthafen geschlossen. Bis zum Jahr 2012 will die Europäische Zentralbank
auf dem Gelände ihren neuen Hauptsitz errichten, in dem die denk-
malgeschützte Halle integriert werden soll.

Am 6. Juni 2004 wurde das Frischezentrum Frankfurt am Main eröffnet.